Pflegelücke decken
Pflegegrade 1–5

Die Pflegegrade 1 bis 5 verständlich erklärt

Vom geringen bis zum schwersten Hilfebedarf: Wie die Pflegegrade ermittelt werden und was jeder Grad bedeutet.

Pflegekraft erklärt einer älteren Frau am Tisch ruhig ein Formular zur Pflegebegutachtung

Seit 2017 gibt es in Deutschland fünf Pflegegrade. Sie haben die früheren drei Pflegestufen abgelöst und stellen nicht mehr nur den Zeitaufwand in den Mittelpunkt, sondern wie selbstständig ein Mensch seinen Alltag noch bewältigen kann.

Formular zur Begutachtung des Pflegegrads mit Stift und Lesebrille auf einem Eichentisch
So entsteht der Pflegegrad

Vom Antrag bis zum Bescheid, ein Weg, fünf Schritte

Der Pflegegrad ist kein abstrakter Wert: er entsteht aus einem strukturierten Gespräch zwischen Ihnen und dem Medizinischen Dienst. Jede Antwort fließt in ein Punktesystem ein.

Wir erklären Ihnen vorab, was bewertet wird, damit Sie ruhig in die Begutachtung gehen.

5 Grade
von leichter Beeinträchtigung bis schwerster Pflegebedürftigkeit

Wie ein Pflegegrad ermittelt wird

Die Einstufung erfolgt über das Neue Begutachtungsassessment, kurz NBA. Dabei begutachtet eine Gutachterin oder ein Gutachter, wie selbstständig die betroffene Person noch ist.

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Bewertet werden sechs Lebensbereiche mit unterschiedlicher Gewichtung, darunter Mobilität, geistige und kommunikative Fähigkeiten, Selbstversorgung sowie die Gestaltung des Alltagslebens. Daraus ergibt sich ein Punktwert zwischen 0 und 100.

Bei gesetzlich Versicherten begutachtet der Medizinische Dienst (MD), bei privat Versicherten Medicproof. Die Begutachtung ist für Sie kostenfrei. Grundlage ist § 15 SGB XI.

Von der Punktzahl zum Pflegegrad

Je mehr Punkte, desto höher der Pflegegrad und desto höher der Hilfebedarf:

  • Pflegegrad 1: 12,5 bis unter 27 Punkte, geringe Beeinträchtigung
  • Pflegegrad 2: 27 bis unter 47,5 Punkte, erhebliche Beeinträchtigung
  • Pflegegrad 3: 47,5 bis unter 70 Punkte, schwere Beeinträchtigung
  • Pflegegrad 4: 70 bis unter 90 Punkte, schwerste Beeinträchtigung
  • Pflegegrad 5: 90 bis 100 Punkte, schwerste Beeinträchtigung mit besonderen Anforderungen

Was tun, wenn der Bescheid nicht passt?

Wird ein Pflegegrad abgelehnt oder erscheint Ihnen zu niedrig, können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Auch eine Höherstufung lässt sich beantragen, wenn sich der Zustand verschlechtert.

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Es lohnt sich, das Pflegetagebuch sorgfältig zu führen und die Begutachtung gut vorzubereiten, so spiegelt der Bescheid den tatsächlichen Hilfebedarf besser wider.

Erwachsene Tochter hält die Hand ihrer älteren Mutter in einem hellen Wohnzimmer
Klaus versichert

„Der Pflegegrad entscheidet, was die Pflegekasse zahlt, und damit, wie groß Ihre persönliche Lücke ist."

Die fünf Pflegegrade im Detail

FAQ

Häufige Fragen

Was ist das Neue Begutachtungsassessment (NBA)?

Das NBA ist das Punktesystem, mit dem seit 2017 der Pflegegrad ermittelt wird. Es bewertet die Selbstständigkeit in sechs Lebensbereichen und vergibt 0 bis 100 Punkte. Ab 12,5 Punkten besteht Pflegegrad 1, ab 90 Punkten Pflegegrad 5.

Wer entscheidet über den Pflegegrad?

Bei gesetzlich Versicherten begutachtet der Medizinische Dienst (MD), bei privat Versicherten das Unternehmen Medicproof. Die Pflegekasse entscheidet anschließend auf Grundlage des Gutachtens.

Kann ich gegen den Pflegegradbescheid Widerspruch einlegen?

Ja. Sie haben nach Erhalt des Bescheids einen Monat Zeit, schriftlich Widerspruch einzulegen. Ein gut geführtes Pflegetagebuch hilft, den tatsächlichen Hilfebedarf zu belegen.

Welcher Pflegegrad ist der häufigste?

Pflegegrad 2 ist in Deutschland der am häufigsten vergebene Pflegegrad. Er steht für eine erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit regelmäßigem Unterstützungsbedarf im Alltag.

Wir sind an Ihrer Seite

Sie sind unsicher, welcher Pflegegrad infrage kommt oder ob eine Höherstufung sinnvoll ist? Wir ordnen das mit Ihnen ein.

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